skip to main |
skip to sidebar
Die Tage bin ich arg beschäftigt da diese Woche alle meine Kurse mit ihren Abschlussprüfungen zum Ende kommen. Unglaublich. Das soll 1 Jahr gewesen sein? Zwei Semester an einer taiwanesischen Hochschule? So richtig bewusst ist mir das noch nicht. Und erst recht nicht, dass ich in drei Wochen schonwieder nach Hause fliegen werde. Aber ich freue mich darauf, auch wenn es nicht leicht wird, hier die Koffer zu packen. Gut zu wissen, dass ich mich für das kommende Jahr unter anderem an der National Taiwan University auf ein Masterprogramm bewerben werde. Das ist zwar wie alles andere auch bisher nur eine Idee, trotzdem nehme ich sie ernst. Mein Chinesisch hat sich in den letzten Monaten sehr verbessert und ich hoffe, dass ich da auch in Deutschland am Ball bleiben kann.Nun aber erstmal zurück nach Ming Chuan. Alles deutet auf ein Ende hin: vor zwei Wochen war Prom Night, quasi der Abschlussball für alle, die die Universität nach diesem Semester verlassen werden. Letzte Woche dann die höchstoffizielle Diplomfeier, diese und nächste Woche Abschlussprüfungen und die ersten Kommilitonen sind bereits abgereist.
Anbei findet der interessierte Leser daher eine Auswahl an Fotos, die diese Ereignisse dokumentieren sollen. Und darüber hinaus noch ein Tafelbild, das ich in meiner Mandarin-Klasse fotografiert habe. Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass ich dazu mal in der Lage sein werde ;) ?!
Seid lieb gegrüßtvom toni









...das ist das Ergebnis unserer kleinen Feier, zu der Benni und ich anlässlich unseres gemeinsamen Geburtstages eingeladen haben. Alle die mich kennen wissen, dass ich nichts mehr hasse, als meinen eigenen Geburtstag zu feiern. Aber dieses Ereignis war hinsichtlich seiner Internationalität wohl einmalig und unvergesslich und daher ein elementarer Bestandteil meiner Taiwan-Erfahrung!
In diesem Sinne: Happy Birthday to me :)

Eigentlich bin ich ja niemand, der gerne übers Wetter redet. Auch nicht in Fahrstuhlgesprächen. Wenn ich morgens zur Schule gehe treffe ich zwangsläufig immer irgendjemanden, den ich kenne. Und es gibt für mich nichts demotivierenderes, als mit einem belanglosen Gespräch übers Wetter in den Tag zu starten: "Schonwieder unglaublich heiß heute, oder?!" ... "Und die Feuchtigkeit...ich kann gar nicht richtig atmen..."...jaja, danke für den Input.
Aber das Wetter in Taiwan hält tatsächlich viele Überraschungen bereit, über die ich (insbesondere mit daheim gebliebenen) gerne rede. Das Wochenende war z.B. unglaublich heiß. Die Frühlingssonne hat Taipei am Samstag und am Sonntag mit 35 Grad kräftig eingeheizt. Samstag früh habe ich mich mit ein paar Freunden auf einen Kaffee auf dem Campus getroffen, den wir allerdings nach 20 Minuten mit teilweise kräftigem Sonnnenbrand verlassen mussten weil es einfach nicht mehr zu ertragen war. Offenbar ruft das Wetter auch Allergien in mir hervor (und ich bin sonst eigentlich gegen fast nichts allergisch), sodass mir den ganzen Tag permanent die Augen tränten. Wie dem auch sei, heute hat es dann monsunbedingt aus Kübeln geregnet und das Thermometer in der taiwanesischen Hauptstadt hat es nicht mal auf 20 Grad gebracht - insgesamt 16 Grad Unterschied zu gestern. Das hält meine Kommilitonen allerdings auch nicht davon ab, die Klimaanlage in den Seminarräumen auf Gefriertemperatur zu regeln. Demnächst werde ich Lieferverträge mit örtlichen Metzgereien abschließen, und die Seminarräume in Ming Chuan als Lagerstätten für Frischfleisch und -fisch vermieten. Ernsthaft, viele haben hier ein kräftiges Problem mit ihrem Wärmehaushalt. Neben Trinkwasser sollten sie hier auch Spender für Grippeschutz-Impfungen bereitstellen. Ich werde das die Tage mal anregen.
Heute hat meine Projektgruppe in der Vorlesung "Global Industrial Analysis" ihre Ergebnisse präsentiert. Thema war die US-amerikanische Brauindustrie. Mit der Performance war ich sehr zufrieden, wirklich. Jeder hat gute Arbeit geleistet. Allerdings habe ich heute auch wieder gemerkt, was ich an Deutschland etwas vermisse. Der Dozent hat sich nämlich leider nicht einmal zu einem einzigen Kommentar hinreißen lassen, weder positiv noch negativ. Manchmal bezweifle ich, ob er überhaupt zugehört und verstanden hat, was gerade gesagt wurde. Außer zwei, drei belangloser Fragen keinerlei Reaktion. Das geht aber auch schlimmer.
In den vergangenen Wochen haben viele andere Teams ihre Arbeiten präsentiert, während der Dozent durch den Raum ging und mit anderen Kommilitonen geredet hat. Meiner Meinung nach eine bodenlose Unverschämtheit und schlichtweg respektlos. So kam es dann auch, dass wir am Wochenende beschlossen haben, uns das nicht gefallen zu lassen und die Präsentation schwarz zu schalten, sollte er währenddessen mit anderen Studenten reden.
Dazu kam es allerdings nicht, da heute während unseres Vortrages absolute Ruhe herrschte. Viele Studenten werden die Gelegenheit genutzt haben, um Elemente zu kopieren und dann selbst in ihren Arbeiten anzuwenden. Abschließend hat er dann allerdings doch noch eine kurze Anmerkung gemacht, die unsere Eindruck bestätigt hat, dass er überhaupt keine Ahnung hat und genau im Gegensatz zu dem stand, was ich in Deutschland sowohl in der Hochschule, als auch in der Praxis gelernt habe. Ich wollte sofort widersprechen, merkte dann aber, dass ich damit nur verlieren kann. Auch etwas, dass ich in Asien gelernt habe: der Dozent hat Recht, auch wenn er falsch liegt. Gegen zu argumentieren wird nicht als Eigenleistung, sondern als Angriff verstanden. Bedeutet im Klartext: jedes Argument gegen seine Einschätzung bedeutet für mich am Ende Punktabzug, auch wenn ich Recht habe. Anwesenheit und Mitarbeit machen mit 40% einen nicht unerheblichen Teil der Endote aus und sind (zumindest in der Mitarbeit) höchst subjektiv und wilkürlich. Klar darf man seine eigene Meinung haben und selbstverständlich darf man sie auch äußern. In Deutschland wird dieses Lernverhalten nicht nur begrüßt sondern gefordert und gefördert. In Taiwan wird es zur Kenntnis genommen, gegebenenfalls kommentiert (sofern der Dozent zuhört) und im schlimmsten Fall geahndet.
Ich weiß nicht, wie oft ich darüber schon mit anderen Studenten diskutiert habe. Hier laufen einfach Dinge ab, die in Deutschland/Europa und keinen Umständen toleriert werden würden. Da könnte ich Bücher drüber schreiben. Allerdings muss man auf der anderen Seite aber auch betonen, dass das hier nunmal Alltag ist. Was im Buch steht, stimmt! Und was der Dozent vermittelt, stimmt auch! Jeder Koreaner zuckt zusammen wenn jemand gegen die Meinung des Professors argumentiert aus Angst, der Himmel würde gleich über seinem Kopf zusammenbrechen.
Und das ist eine sehr wertvolle Erfahrung, da wir dann im zukünftigen globalen Wettbewerb genau wissen, was wir von wem zu erwarten haben und wie wir uns wem gegenüber zu verhalten haben. Was mir hier vermittelt wird ist nicht Buchwissen, sondern Lebenserfahrung.
Und da gibt es auch selbst für mich nichts zu diskutieren!
Aloha!
Diese Woche bin ich mal wieder mit dem Rucksack unterwegs, diesmal allerdings "nur" in Taiwan. Ich nutze meine Pruefungswoche (in der ich wahrscheinlich der einzige Student in ganz Ming Chuan bin, der in diesen Tagen keine Pruefungen hat), um der Sonne entgegen zu reisen. Seit Montag frueh 5 Uhr bin ich also on the road und mein erstes Ziel war zugleich (wahrscheinlich) der Hoehepunkt meiner Reise. Es ging nach Green Island, eine winzig kleine Insel im Pazifik, oestlich von Taiwan gelegen. Und die vergangenen Stunden waren ein einziger Rausch. Mit dem Scooter bin ich als wahrscheinlich einziger Weisser dort um die nahezu unberuehrte Insel gefahren, vorbei an verlassenen Siedlungen und steilen Klippen, permanent an der Kueste entlang. Ein einmaliges Panorama, so zauberhaft, so rein und so natuerlich, wie es in Taiwan kaum noch zu finden ist.
Dabei ist Green Island historisch eher negativ belastet. Dieses heute so friedliche Stueckchen Erde war zu Zeiten des kommunistisch regierten Taiwan unter der KMT als Gefaengnisinsel beruehmt und gefuerchtet. Hierher kamen vor allem die Menschen, die aus politisch motivierten Gruenden verurteilt wurden und bekehrt werden sollten.
Der Komplex ist noch immer beeindruckend und ehrfurchteinfloessend, mittlerweile aber auch leider fuer Besucher geschlossen. Nachdem ein Geruecht, demzufolge es in dem Komplex spuken soll, seine Verbreitung gefunden hat, laesst sich eine Instandhaltung nicht mehr finanzieren. Ich denke allerdings, es liegt lediglich an den Finanzen zwecks Besuchermangel. Von wegen spuken...
Abenteuerlich war allerdings die Ueberfahrt. Von Taitung in Taiwan's Osten musste ich eine einstuendige Faehrfahrt ueber den Pazifik in Kauf nehmen. Die Hinreise war ertraeglich, die Rueckreise heute Mittag zwecks meterhoher Wellen allerdings furchtbar. Das Schiff donnerte staendig mit der Seite aufs Meer, ich hatte echt Panik, dass wir kentern wuerden. Mein Magen hat im Gegensatz zu einigen anderen aber echt gut durchgehalten, gaenzlich ohne Hilfsmittel. Derweil hat die Crew an Bord schon die ein oder andere gefuellte Kotztuete entsorgen muessen. Ganz lieblich! ;)
Wahlweise kann man das Meer auch im Flugzeug ueberqueren. Das ist zwar doppelt so teuer, dauert aber nur 15 Minuten. Ich hatte allerdings nicht die Musse, mich gemuetlich in eine 18-sitzige zwei-Propeller-Maschine von Daily Airlines zu setzen. Der Flughafen auf Green Island ist allerdings grandios. Der kleinste Flughafen, den ich je gesehen habe. Aber man muss ja fuer drei Fluege am Tag auch nicht gleich nen zweiten Suvarnabhumi aufmachen...gell?!
Mittlerweile bin ich an Taiwans Suedspitze in Kenting angekommen und habe mich gerade ne Stunde mit nem Typen unterhalten, die hier nen Hawaii-Shop aufgemacht hat. Das koennte mir auch gefallen...auswandern...aber dafuer bin ich glaub ich nicht Freak genug ;)
Also dann macht euch noch n entspannten Abend!
Aloha!
PS: Bilder gibts ab naechster Woche hier und in den Netzwerken. Muss ich das ueberhaupt noch erwaehnen? O_o
Heute morgen gegen halb acht klingelte wie üblich mein Disney-Wecker, um die neue Woche unsanft einzuläuten. Ich ging ins Bad und machte mich fertig als mich plötzlich ein unheimlich bekanntes Gefühl aus meiner mentalen Morgendämmerung riss. In der Magengegend rumorte es fürchterlich und anfangs hatte ich das Gefühl zu unterdrücken versucht. Schließlich lag heute neben meiner Vorlesung auch noch die Abschlusstour meines Besuchs in Taipei an. Die Mädels, die vor zwei Wochen aus Deutschland nach Taiwan gekommen sind sollten nämlich heute Nachmittag aus Kaoshiung (im Süden der Insel) zurück nach Taipei kommen. Das wollte ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen, zumal sie mich baten, mit mir in mein geliebtes KTV zu gehen. Die Freude war riesig - die Übelkeit allerdings auch. Und da halfen dann leider auch keinerlei Anstrengungen...was raus muss, muss raus! Die ganze Prozedur zog sich dann auch mal eben über vier Stunden hin. Nicht mal mehr Wasser konnte ich trinken, ohne dass es zehn Minuten später wieder über die Gegenrichtung den Weg ans Tageslicht fand.
Und nun sitze ich in meinem Bett und alle Knochen tun mir weh...Zeit zu erklären, was da gestern konkret vorgefallen ist.
Den Tag gestern verbrachte ich in Jiufen, einem kleinen Ort in Taipei County, der in den 30er-Jahren auch als "Kleines Shanghai" bezeichnet wurde. Jiufen liegt weit oben in den Bergen, sodass ich halb in den Wolken stand. Nach 30 Minuten Busfahrt erreicht man dann irgendwann ein Dorf, in dem viele Kleinigkeiten, wie etwa Drachen, Buddhas, Glücksmünzen und anderes chinesisches Brauchtum vertrieben werden. Wirklich sehenswert. Als einziger Ausländer wurde ich dort natürlich auch viel zum Probieren verführt. Gebratene Pilze, Schnecken, Reiskuchen und irgendwas schleimiges, das der Auskunft nach aus Kartoffeln hergestellt wird. Nunja, alles was neu ist, ist ja erstmal auch interessant. Also rein damit. Auf Schnecken kann ich zukünftig getrost verzichten.
Dummerweise kam ich dann aber noch auf die Idee, in Taipei auf den Schlangenmarkt zu gehen. Der Schlangenmarkt ist einer von vielen Nachtmärkten und besonders für seine Kuriositäten berühmt. Traditionelle chinesische Heilmittel, Hehlerware und Haustiere sind dort ebenso erhältlich wie das, was dem Markt seinen Namen gegeben hat: Schlangen. Und so kam es dann, dass ich mir gestern ansehen durfte, wie Mäuse und Kaninchen wahlweise an kleine oder gewaltige Schlangen verfüttert wurden. Das mit den Kaninchen hab ich mir allerdings geschenkt. Da blutet mir das Herz. Und für 1.000 NTD kann man sich ansehen, wie die Schlangen in einem Hinterzimmer zunächst getötet und anschließend zubreitet werden. So man es denn will.
Und was auf den Tisch kommt wird auch gegessen. Serviert wurde Schlangensuppe mit Schlangenfleisch, dazu Schlangenblut, -gift und andere Körperflüssigkeiten. Klingt fies, ist es auch. Wieder eine von diesen "einmal und nie wieder"-Erfahrungen. Und ich vermute mal, dass meine Abenteuerlust diesmal etwas zu weit ging. Das war einfach zu viel des Neuen, auch wenn es eine sehr interessante Geschichte war und immer wieder für eine Anekdote gut sein wird.
Den Tag heute habe ich also weder in der Uni, noch in Taipei verbracht. Ich bin zu Haus geblieben, hab Cola getrunken und Bananen gegessen. Soll gegen Übelkeit helfen, und hat es scheinbar auch. Morgen werde ich dann nach meiner Vorlesung nach Taipei fahren und meinen Besuch verabschieden. Die letzten Wochen hat es hier viel geregnet, ich hoffe dennoch, dass sie es nicht bereut haben, nach Fernost zu kommen. Lernen kann man hier nämlich vieles. Jeden Tag.
Die Fotos aus Vietnam erreicht Ihr mit einem Klick auf das unten stehende Bild.
Das Wetter ist heute ausgesprochen gut: die Sonne scheint, es ist nahezu windstill und das Quecksilber ist bereits auf 23 Grad geklettert.
Das klingt zunächst belanglos, gewinnt aber an Bedeutung vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland kalt und grau ist und es sogar wieder angefangen hat zu schneien.
Den Spaß wollte ich mir nicht nehmen lassen.
Friert mir nicht ein! =)
So, der zweite Teil meiner kleinen Bilderreihe ist jetzt auch online zu bewundern. Ich bitte um Nachsicht dafür, dass die Bilder weder sortiert noch kommentiert sind. Dazu fehlte mir heute schlichtweg die Motivation. Die Galerie ist unter folgendem Link zu erreichen: Kambodscha @ Facebook . Den dritten und letzten Teil (Vietnam) werde ich in der nächsten Woche uploaden.
Es ist übrigens unglaublich, wie rasant die Zeit vergeht. Kaum habe ich mich wieder in den taiwanesischen Alltag eingefunden muss ich mir auch schon langsam um den Rückflug nach Deutschland Gedanken machen. Bis dahin sind es zwar noch mehr als vier Monate aber nichtsdestotrotz muss ich feststellen, dass in wenigen Tagen schonwieder März ist. Dann sind bald Zwischenprüfungen, Gruppenarbeiten, Präsentationen und eh ich mich versehe ist das Semester rum. Furchtbar.
Heute morgen habe ich mich probeweise in die Vorlesung "Multimedia Program Planning and Production" gesetzt weil die Vorlesung laut Stundenplan von dem von mir bisher am meisten geschätzten Professor gegeben werden sollte. Walter Wang hatte ich im vergangenen Semester bereits im Leadership-Seminar. Vor ihm hatte ich am meisten Respekt, da er das Lehrniveau sehr hoch angesetzt hat und ich in seinem Kurs am meisten gelernt habe. An dieser Stelle sei es mir gestattet zu erwähnen, dass er meine Hausarbeit mit 98 (von 100 möglichen) Punkten und dem Kommentar "Great Leaders move us - you moved me!" bewertet hat. Ja, da war ich stolz drauf.
Zum Dechiffrieren des Stundenplanes bin ich aber scheinbar dennoch nicht fähig. Nicht nur, dass ich heute morgen eine Stunde zu früh aufgelaufen bin, nein, die Vorlesung wurde nämlich auch nicht von Walter Wang sondern von Dr. Wang gegeben, einem eher unmotivierten taiwanesischen Prof, der plötzlich anfing, in dürftigem Englisch über Grundlagen des Designmanagements zu schwafeln...im dritten Studien-Jahr! Das hatte ich alles schon in Deutschland und hab deswegen pünktlich zur Pause meine Sachen gepackt und bin abgehauen.
Stattdessen werde ich nun montags das Seminar zum Thema "Global Industrial Analysis" besuchen (dieses Semester ist das Kursangebot unheimlich global und international, also sehr fesh und trendy und überhaupt...). Klingt sterbenslangweilig, ich weiß, scheint nach Auffassung anderer europäischer Studenten aber sehr interessant und fordernd zu sein. Dann wird den ganzen Koreanern hoffentlich endlich mal kräftig in den Arsch getreten. Die sind nämlich so stinkend faul und so unverschämt arrogant, dass die dringend mal nen Dämpfer brauchen. Da sind letztes Semester echt Nummern abgezogen worden bei denen ich mich tierisch aufgeregt hätte wenn ich mit denen hätte zusammen arbeiten müssen. Die sind so erpicht darauf, in ihren Gruppen mit Europäern zusammen zu arbeiten weil die genau wissen, dass wir dann die ganze Arbeit machen und die nur dumm da sitzen mit dem Kopf nicken. In abgeschwächter Form lief meine Zusammenarbeit mit der Taiwanesin in International Ettiquette and Communication ja ähnlich. Deswegen werde ich mich in dem o.g. Kurs auch mit Europäern zusammen tun und mich daneben auf mein Chinesisch konzentrieren.
Ich weiß es wohl zu schätzen, mit vielen verschiedenen Nationen in einem Kurs zu sitzen und meinen Alltag zu teilen. Das heißt aber lange nicht, dass ich denen ihren Arsch nachtragen muss.
So, da bin ich vor drei Tagen nun wieder sicher in Taipei gelandet und freue mich darauf, dass morgen die Uni weiter geht. Ein Abschlussbericht von allem und insbesondere auch von Vietnam folgt in Kürze.
Und Bilder gibts nachtürlich auch. Selbige werden nach und nach in den namhaften Netzwerken hochgeladen, einige davon auch hier in diesem Blog. Der Upload dauert bei Picasa allerdings unsäglich lang, weswegen ich hier nur ein paar Schnappschüsse veröffentlichen werde.
Wer mehr sehen will geht direkt zu Facebook und Co. oder wartet, bis ich wieder zurück bin. Die Bilder von Thailand gibts unter folgendem Link: Thailand @ Facebook
Die besten Inselgrüße in die weite Welt schickt
der toni
Die Busfahrt in die Hauptstadt hat nur sechs Stunden gedauert. Das ist verhaeltnismaessig wenig, verglichen mit dem, was mir der oeffentliche Nahverkehr bisher geboten hat. Phnom Penh ist ganz anders als Siem Reap. Die Menschen sind nicht ganz so freundlich, die Stadt ist groesser, schmutziger und turbulenter, die Kriminalitaet um ein viefaches hoeher. In Reisefuehrern wird davor gewarnt, nach Einbruch der Dunkelheit ins Stadtzentrum zu fahren. Viele Reisende und Einheimische haben mir schon in Thailand und Siem Reap fiese Sachen von Phnom Penh erzaehlt. Offensichtlich ist an den Warnungen was dran. Warum auch nicht? Kambodscha ist ein armes Land. Tagtaeglich spielen sich vor meinen Augen Szenen ab, die ich sonst nur aus Filmen kenne.Heute Mittag sind wir in eines der einheimischen Restaurants Essen gegangen. Ein Paar setzte sich neben uns an den Tisch. Er (aus dem Westen) war definitiv ueber 60, sie (Einheimische) nicht aelter als 25. Offensichtlich war sie nicht mehr Herr ihrer Sinne, stand komplett unter Drogeneinfluss. Das Restaurant ist unter Rucksackreisenden bekannt und beliebt. Alle drehten sich um und schuettelten unverstaendlich mit dem Kopf. Ohne Zweifel: da ist eine ganze Menge Geld geflossen.Vor uns auf dem Gehsteig sassen zwei Kinder, eines etwa sechs Jahre, das andere etwa 3 Jahre, vermutlich Geschwister. Der aeltere Junge starrte mich permanent an und deute mit der Hand auf den Mund und auf den Bauch seines Bruders. Armut und Bettelei sind ein grosses Problem in Phnom Penh und in Kambodscha generell. Aber was kann ich schon tun? Ich kann nicht jedem Kind einen Dollar geben, zumal man oft nicht weiss, ob das nur Show ist und ob da nicht eine Organisation hinter steckt. Mehr als in lokalen Shops oder auf dem Markt einzukaufen oder meine leeren Plastikflaschen und Dosen an Sammler weiterzugeben kann auch ich mir nicht leisten. Alle fuenf Meter kommt mir ein Kind entgegen. Alle wollen dasselbe verkaufen. Buecher und Getraenke. So weh mir das tut, aber das einzige was dort hilft, ist Ignoranz.Morgen werde ich Kambodscha verlassen. Mit dem Bus geht es weiter nach Saigon. Mit einem Freund von meiner Uni in Taiwan und dessen Familie werden wir das chinesische Neujahrsfest in Vietnam feiern. Anschliessend geht es weiter nach Hoi An und Hanoi, das Ziel unserer Reise.Vom Mekong gruesstder toni
Ok. Ich lebe noch. Aber das war mal krass.
Gestern war der bisher unangenehmste Tag meiner Reise. Gegen 1 Uhr nachts sind wir nach zweistuendiger Verspaetung von Phuket nach Bangkok geflogen.
Phuket ist nett, aber nichts besonderes. Die meisten Touristen bekommen von der Insel nicht allzu viel mit. Innerhalb der Grenzen all der unzaehligen Resorts und Hotels und der drum herum liegenden Gegend ist alles paradiesisch. Phuket Stadt hingegen ist vergleichbar mit vielen anderen Orten in Asien: schmutzig, laut und unsaeglich heiss. Die gefuehlte Temperatur lag bei etwa 40 Grad, mit dem schweren Rucksack alles andere als angenehm. Zwei Tage sind genug.
In Bangkok angekommen sind wir nach einer kurzen Kaffeepause zum Hauptbahnhof gefahren. Zu dem Zeitpunkt waren wir bereits seit 19 Stunden auf den Beinen. Gegen 6 Uhr fuhr unser Zug zum Grenzuebergang nach Aranya Prathet. Auch mal eine Erfahrung: Sechs Stunden Fahrt, 3. Klasse, Holzsitze, offene Fenster, selbstverstaendlich ohne Klimaanlage. An Schlaf war dort nicht zu denken, zumal man staendig ein Auge auf das Gepaeck haben muss. Total entnervt und durchgeschwitzt erreichten wir dir Grenze gegen 12 Uhr, 25 Stunden ohne Schlaf. Weiter mit dem Tuk-Tuk zur Visavergabe und anschliessend zu Fuss zum Grenzuebergang. Wir waren nicht alleine. Andere Rucksackreisende mussten sich dem selben Martyrium ergeben. Furchtbar. Dann hiess es raus aus Thailand, und rein nach Kambodscha. Die Szenerie werde ich nie vergessen. Von einer Sekunde auf die naechste wandelte sich das gesamte Umfeld. Kleine Kinder mit riesigen Kulleraugen kamen uns entgegen und bettelten um Geld. Strassen sind nicht gepflastert. Die Grenze wirkte wie ein riesen grosser Viehmarkt, ueberall wurden wir um unser Ziel gefragt und ob wir nicht mit dem Taxi fahren wollten. Der Laerm war unvorstellbar und die ganze Hektik bei der Hitze kaum auszuhalten. Die Mittagssonne strahlte mir direkt ins Gesicht, ich war mit der ganzen Situation komplett ueberfordert. Dann mussten wir nochmals dreissig Minuten anstehen, nachdem wir endlich einreisen durften.
Wir teilten uns ein Taxi mit zwei Schwedinnen und fuhren von Poipet ueber die "Strasse des gebrochenen Rueckgrats" nach Siem Reap. Die dreistuendige Fahrt war furchtbar. Auf einer Strasse, die dem wilden Westen glich, sind wir mit etwa 70 km/h durch Kuhlen und Pfuetzen gedonnert, vorbei an herumlaufenden Kuehen und bettelnden Familien. Der Staub der vor uns fahrenden Autos flog uns permanent auf die Frontscheibe. Es heisst, dass eine nicht naeher benannte Airline dem Staat Geld dafuer zahlt, dass diese Strasse nicht modernisiert wird, um die Ueberfahrt so unangenehm wir nur moeglich zu gestalten. Kein Wunder: der Flug von Bangkok nach Siem Reap kostet in etwa 100 Euro, was fuer inner-asiatische Fluege sehr viel ist (von Phuket nach Bangkok bin ich z.B. fuer 30 Euro geflogen). Die selbe Strecke kostete mich auf dem Landweg etwa 8 Euro. Da nimmt man den Stress schonmal in Kauf.
Kambodscha ist unglaublich interessant. Nichts, was ich vorher in Asien erlebt und gesehen habe, findet sich hier wieder. Es fahren nur wenige Autos, Strassen sind nur selten gepflastert, gezahlt wird in US Dollar, Rueckgeld gibt's gemischt in US Dollar und der einheimischen Waehrung Riel. Kein Mc Donald's oder sonstige Fast Food-Ketten, nicht mal der mir mittlerweile ans Herz gewachsene 7-Eleven. Die Armut ist omnipraesent, weswegen ich oft auch aufs Feilschen verzichte. Die Preise hier sind ohnehin recht niedrig. Ein Tag kostet inklusive Unterkunft im Schnitt 15 bis 20 US Dollar, etwa 10 bis 13 Euro.
Und die Menschen sind vor allem eines: unendlich freundlich und dankbar fuer jeden Riel, den man hier ausgibt. Auch ein ganz krasser Gegensatz zu Thailand, in dem Touristen (zumindest in Bangkok) offenbar als notwendiges Uebel angesehen werden.
Ich freue mich tierisch auf morgen. Gegen 7 Uhr besichtige ich das Highlight meiner Reise: die maechtigen Tempelanlagen von Angkor Wat, ganz in der Naehe von Siem Reap und fuer viele Menschen der einzige Grund, nach Kambodscha zu reisen.
Also ich bin weiterhin wohlauf und es gibt keinen Grund, sich Sorgen zu machen. Uebermorgen gehts weiter mit dem Bus nach Phnom Penh, die Hauptstadt Kambodscha's und von dort aus nach ein paar Tagen Aufenthalt weiter nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), dem ehemaligen Saigon.
Aus Kambodscha gruesst
der toni
Endlich raus aus Bangkok. Eine Stadt, die den Spitznamen "Stadt der Engel" nun wirklich nicht verdient hat. Mein erster schlechter Eindurck, den ich auf der Khaosan Rd. bekommen habe hat sich leider auch nach den beiden folgenden Tagen nicht geaendert. Es macht zwar Spass, sich dort zu bewegen und die vielen wirklich eindrucksvollen Monumente und Pagoden zu betrachten, aber man wird einfach nie das Gefuehl los, beschissen zu werden. Egal ob man mit dem Tuk-Tuk-Fahrer, dem Strassenhaendler oder dem Gaestehaus verhandelt, man fuehlt sich immer abgezockt. Und ich mein, machen wir uns nichts vor, in den meisten Faellen wird man das auch, selbst wenn man den Preis um 50 Prozent herunter gehandelt hat. Hinzu kommt, dass ich in Bangkok nicht ein einziges Laecheln gesehen habe, und das obwohl Thailand ja weltweit als Land des Laechelns bezeichnet wird. Wie auch immer, die Lesson learned nach den ersten drei Tagen: Nie wieder Bangkok (sorry Kai, dein Jahr in Bangkok wird sicherlich ganz reizend ;) )!Nach 15 Stunden Zugfahrt bin ich gestern Mittag in Chiang Mai angekommen. Ein sehr huebsches und mit 1,6 Millionen Einwohnern auch eher beschauliches Staedtchen. Auch mal sehr angenehm, nicht alle 5 Meter von aufdringlichen Tuk-Tuk-Fahrern mit "Hey, where u going?" belaestigt zu werden. Das Gaestehaus ist sehr nett, guenstig und bisher frei von Kakerlaken. Viel zu tun gibt es hier allerdings nicht. Meinen weissen Elefanten habe ich noch immer nicht getroffen. Dafuer Dutzende andere "Normalofanten" auf einer Ranch in den Bergen. Die Menschen hier sind darueber hinaus wesentlich freundlicher, das Essen besser und guenstiger, und in den Bars trifft man viele andere Backpacker. Bangkok war von Auslaendern einfach ueberlaufen. Das ist ein riesen Unterschied zu Taipei. Auf Taiwan gibt es zwar auch viele "weisse" und noch mehr "schwarze", aber die sieht man eher selten, selbst im Stadtzentrum. In Taoyuan, wo ich wohne und studiere, wuerde ich mich fast als Exot bezeichnen. Bangkok hingegen ist fast ein zweiter Ballermann und daher nicht wirklich Asien.Nach zwei Tagen werde ich Chiang Mai morgen verlassen. Die Stadt ist nett fuer eine Verschnaufpause und der perfekte Zwischenstopp fuer Reisende nach Laos oder Burma und sehr gut geeignet fuer Trekking in den Bergen, aber mehr nicht. Burma war urspruenglich mein Traumziel und Hoehepunkt meiner Asienreise. Nach den Ausschreitungen des vergangenen Jahres muss ich darauf aber leider verzichten. Ich bin aber auf jeden Fall in zwei oder drei Jahren wieder hier und werde das nachholen.Und deswegen gehts morgen mit Thai Airways nach Phuket und Ko Phi Phi. Zwei oder drei Tage chillen und Kokosnuesse schluerfen.Im Anschluss daran gehts zurueck nach Bangkok und weiter ueber die Grenze nach Kambodscha. Man darf also gespannt sein.Unter der gluehenden Sonne Thailand's gruesstder toni
Endlichan gekommen: nach einem knapp vierstuendigen Flug bin ich letzte Nacht am neuen Flughafen in Bangkok gelandet. Und wie jeder orientierungslose Backpacker, der zur Gespensterstunde an DEM Umschlagplatz fuer Rucksackreisende in Suedost-Asien ankommt, habe ich mich auf den direkten Weg zur weltberuehmten und beruechtigten Khaosan Road begeben. Ein furchtbarer Ort. Viele zerstoerte Existenzen, viel Laerm und vor allem: viel Sex. Mein Gaestehaus war dafuer aber umso entspannter, gaenzlich ohne Kakerlaken, und mit einer saubequemen Matratze. Ein Novum fuer jemanden, der seit fuenf Monaten auf einem Holzbett schlaeft.So habe ich den Tag heute entspannt mit Tempelbesichtigungen, Flusstaxi- und Tuk-Tuk-Fahrten verbracht und die thailaendische Kueche genossen, die wirklich unglaublich gut und guenstig ist. Mein Rucksack faengt allerdings bereits an, mich zu nerven.Mir bleiben nur noch vier Minuten zum Schreiben. Daher muss ich an dieser Stelle bereits Schluss machen.Morgen Abend um 22 Uhr gehts mit dem Nachtzug nach Chiang Mai. Ich melde mich wieder, wenn ich dort bin.Bis dahin gehabt Euch wohlder toni
Endlich mal wieder was normales zu essen: Brique, Baguette und dazu eine Flasche Rotwein. So sieht mein Donnerstag Abend aus nachdem ich heute meine letzte Vorlesung für dieses Semester hatte. Das, was ich gerade am dringendsten brauche, ist Abwechslung. Anderes Essen, neue Leute treffen, die Umgebung wechseln; eine Form von Fernweh. Das ging schnell, schneller als ich erwartet hatte.
Dass dieses "Abenteuer" nicht immer einfach ist wusste ich von vornherein. Aber mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich mich selbst rein körperlich nicht mehr gesund fühle. Ich bekomme regelmäßig Kopf- und Bauchschmerzen, kann nichts essen obwohl ich Hunger habe. Woran das liegt kann ich nicht sagen. Ein Faktor ist sicherlich, dass ich das Essen hier schlicht und ergreifend nicht runterkriege. Hot Pot, Kimchi, Shabu Shabu und dazu - natürlich - Reis. Was in den ersten Wochen eine willkommene Abwechslung war ist mittlerweile nur noch anstrengend und unbefriedigend. Und alle zwei Tage zum Thailänder zu rennen, wo der Fisch auf dem nackten Fußboden zubereitet (oder zumindest mit einer Eisenstange erschlagen) wird, ist auch keine dauerhafte Lösung. Ich brauche wirklich eine Auszeit.
Glücklicherweise kann ich mir die auch bald nehmen. Nächste Woche werden Abschlussprüungen geschrieben. Meiner einer ist in der vorteilhaften Situation, nur zwei Prüfungen schreiben zu müssen, beide am Montag. Chinesisch hatte ich bereits diese Woche und zumindest einen von zwei Mandarin-Kursen mit 87 Punkten abgeschlossen, was auf der MCU-Skala einem dicken fetten A entspricht =) Wie der zweite Kurs ausfiel weiß ich noch nicht. Nächste Woche stehen dann noch Leadership und meine Lieblings-Vorlesung International Etiquette & Communication an. Das wird ein Fest. Danach werde ich mich dann direkt an meine Reise-Planung setzen.
Bis jetzt ist nämlich nur klar, dass ich am 23. Januar abends um halb 12 am Flughafen in Bangkok landen werde. Ausgesprochen clever, ich weiß. Aber was tut man nicht alles für günstige Flüge?! Viel Zeit werde ich für Bangkok nicht einplanen, maximal zwei Tage um mir die interessantesten Spots anzusehen. Großstadt ist eben Großstadt, ob nun Taipei, Bangkok oder Wattenscheid. Danach gehts weiter zu den weißen Elefanten ins goldene Dreieck nach Chiang Mai. Weiter habe ich bisher noch nicht gedacht. Ko Samui oder Phuket wirds wohl werden - is halt immernoch sowas wie Urlaub, gell?! Und irgendwie müssen sich die 35 Grad Ende Januar ja auch aushalten lassen. Das Leben is halt kein...ach lassen wir das.
Ich werde hier in den drei Wochen auf jeden Fall weiter posten sofern ich einen Internet-Zugang finde. Ein Mal die Woche wird hoffentlich drin sein. Und wenn's geht werde ich auch ein paar Bilder laden. Denn ihr wisst ja alle, wenn das mit den Bildern online nicht funktioniert, flattert euch im Juli eine Einladung für eine stundenlange Dia-Show ins Haus!
Ab dem 15. Februar bin ich dann wieder "zu Haus".
Bis dahin passt auf euch auf!
der toni
Update 1: Ich werde bald über einen multifunktionalen Reiskocher verfügen. Damit kann man nicht nur Reis kochen sondern, mit etwas Geschick und Fingerfertigkeit, auch Brot toasten, Spaghetti kochen, Gemüse zubereiten und für nur 2 Euro mehr putzt er auch noch das Klo.
Update 2: Die Etiquette-Prüfung verlief nicht wie erwartet. Ab sofort mag ich Etiquette nicht mehr und komme genau so wieder, wie ihr mich kennt. Da ist die Freude groß, nicht wahr Kitty ;) ?
An dieser Stelle wünsche ich allen ein frohes, erfolgreiches und vor allem gesundes neues Jahr! Mehr zu meiner Silvesterparty und den Weihnachtstagen folgt in Kürze.
Der Homo Sapiens Studentus lässt sich gemeinhin in drei Gattungen eingliedern: die erste Gattung der "Individualisten" zeichnet sich dadurch aus, dass sie niemand anderem vertrauen außer sich selbst, getreu dem Motto "Wenn man's nicht selbst macht wird's falsch!". Die "Kollektivisten" hingegen lassen sich gerne von der Gruppendynamik mobilisieren. Einer sagt, wo's lang geht und die anderen machen's. Dazwischen regiert die Gleichgültigkeit, in der Regel angetrieben von der Maxime "Es wird ja sowieso nix!".
Ich sah mich selbst bisher in der ersten Kategorie, konnte mich aber auch immer mit Gruppenarbeiten arrangieren (das lief dann aber meist auch auf geballte Kompetenz hinaus ;) ). Nach meinen ersten Taiwan-Erfahrungen aber sehe ich mich definitiv und unumstößlich in der Ecke der Individualisten, geprägt von der Grundeinstellung "Pack das ja nich an, du machst alles kaputt!".
In den etwa sechs Wochen zwischen Zwischen- und Abschlussprüfungen werden in den meisten Kursen Gruppenarbeiten präsentiert. Das ist ja in Deutschland ganz ähnlich und auch gut so. Nächste Woche werde ich in der Vorlesung "International Etiquette and Communication" eine Präsentation zum Thema Begräbniskultur im internationalen Vergleich halten. Ich selbst werde natürlich über das Christentum in Deutschland referieren. Zu diesem Zweck wurde mir (warum auch immer) eine Taiwanesin zugeteilt, mit der ich das Thema zusammen ausarbeiten und erörtern sollte. Gänzlich unvoreingenommen habe ich das Ruder an mich gerissen, die Aufgaben fair und verständlich aufgeteilt und meine Partnerin gebeten, mir ihre Ergebnisse bis zum Donnerstag (der vergangenen Woche) per eMail zukommen zu lassen. Dafür hatte sie insgesamt etwa drei Wochen Zeit. Letzte Woche Donnerstag (am Stichtag) kam sie zu mir und begrüßte mich mit dem Satz "Sorry Toni, I don't have the information". Als ich sie nach dem 'warum' fragte, erwiderte sie, dass sie einfach nicht verstanden hätte, was sie machen sollte. Anstatt mich anzurufen, mir eine eMail zu schicken oder mich in der Uni zu fragen, hat sie einfach bis zum letzten Tag gewartet und lief mit nichts außer ihren strohigen Haaren gegen die Wand, die ich ihr errichtet habe. Denn selbstverständlich hab ich das so nicht hinnehmen können und ihr nochmals sehr einfühlsam bis ins letzte Detail erklärt, was ich für Informationen von ihr benötige und ihr erneut eine Frist bis Mittwoch gesetzt (vor zwei Tagen). Und tatsächlich habe ich am Mittwoch Abend auch eine Antwort erhalten. Meine Freude darüber ließ aber sehr schnell nach als ich gesehen habe, von welcher Quelle sie ihre Informationen bezog. Da hat die Frau doch allen Ernstes die Fragen, die ich ihr gegeben habe, in einem Forum auf Yahoo! gepostet. Jeder beliebige Internet-User kann in diesen Foren seinen Senf dazu geben. Recherchieren auf Wikipedia ist schon dämlich. Aber das toppt wirklich alles. Anstatt selbst zu recherchieren hat sie einfach online irgendwelche x-beliebigen Menschen gefragt, die sie nicht mal kennt und deren Glaubwürdigkeit ich nicht einzuschätzen vermag. Aus der Information "In Deutschland werden zur Trauerfeier oft frische Blumen überreicht." lässt sich aber eine gewisse Oberflächlichkeit ableiten.
Nun, wenigstens erklärt das so ziemlich alles, was ich hier bisher an taiwanesischen Präsentationen gesehen habe: oberflächlich recherchierte Informationen, wahllos zusammen geschmissen mit Bildern, die nicht zum Text passen und das alles verpackt in einer geschmacklos gestalteten fehlerhaften PowerPoint-Datei. So viel dazu!
Und als wäre das nicht schon genug, kam am Mittwoch direkt noch eine Hiobsbotschaft. Es sieht nämlich ganz so aus, als sei ich (man höre und staune) in Service Management durchgefallen. Glücklicherweise bin ich da aber nicht der einzige - der ganze Kurs ist durchgefallen! Schon vor der Prüfung hab ich mich über die Diskussionsthemen aufgeregt, die uns zum Examen nahe gelegt wurden. Die waren nämlich alles andere als eindeutig formuliert, weswegen ich den Fehler aus voller Überzeugung auch nicht bei mir sondern bei der Professorin sehe. Nach intensiver Diskussion will sie nun die Bewertung anpassen, was auch immer das heißen mag.
Mein Chinesisch macht derweil aber Fortschritte. Für beide Mandarin-Prüfungen gab's ein A. Deswegen gibt's jetzt auch nochmal eine Hommage an die chinesische Sprache und ihre Wertschätzung deutscher Wertarbeit (man achte auf das Auto unten links).

Die Situation generell und in mir persönlich ist also leicht angespannt. Aber das habe ich heute kompensieren können. Aus TaiwanToni wird nämlich TravelToni. Am 23. Januar fliege ich nach Chiang Mai im Norden Thailands und schlage mich dann vor dort aus mit dem Rucksack über Bangkok - Ko Samui - Angkor Wat - Phnom Penh und Saigon durch bis nach Hanoi, die Hauptstadt Vietnam's. Dieser Blog wird dann mehr oder weniger zum Reisetagebuch, je nachdem, wie oft ich einen Internetzugang finde. Das bringt mal ein wenig frischen Wind zwischen meine Zeilen, und den können wir wohl alle ganz gut gebrauchen ;)
Ich bin übrigens arg (positiv) überrascht, wieviele Menschen diesen Blog lesen. Das ehrt mich, also vielen Dank an dieser Stelle :)
Ein schönes Wochenende wünscht
der toni
Ich liege auf meinem Bett und schaue auf die Uhr. Es ist 20:59 Uhr. Ich kann ihn noch nicht hören. Er wird doch nicht zu spät kommen?! Oder ist er schon durch und ich habe ihn verpasst? Aber das kann nicht sein! Ich habe ihn in den drei Monaten bisher jeden Tag gehört. Zwei Mal. Ich hasse ihn. Sobald ich ihn höre bekomme ich Ohrenschmerzen. Ich bekomme immer Ohrenschmerzen wenn ich mich ärgere.
Verdammt. Da ist er. Auf den Punkt genau um 21:00 Uhr. Er spielt Beethoven's "Für Elise" - dieser Perversling! Wo sind meine Ohrenstöpsel? Ich ertrage es nicht mehr. Ich halte mir die Ohren zu und warte, bis er bekommen hat, was er will und wieder verschwindet. Wenn ich einmal eine Autobiografie schreiben sollte, werde ich ihn darin verewigen. Mehr noch, ich werde sie nach ihm benennen: Mein Feind, der Müllmann!
Auf Taiwan wird der Müll jeden Tag abgeholt. Zwei Mal, einmal um 18 Uhr und einmal um 21 Uhr. Es gibt keine Mülltonnen, die Menschen bringen ihre Mülltüten persönlich zum Müllwagen. Nur wie soll man sich bei den Leuten bemerkbar machen? Woher sollen sie wissen, wann genau der Müllwagen in ihrer Straße ist? Die Herangehensweise an derart knifflige Fragen ist bei Taiwanesen eigentlich immer die gleiche: man guckt bei Deutschland ab. Und genau aus diesem Grund läuft es heute im taiwanesischen Waste Management genauso wie beim Rattenfänger von Hameln im 19. Jahrhundert. Man spielt eine liebliche Melodie immer und immer wieder und die Menschen kommen auf die Straße und geben dem Alles-Fresser, wonach es ihm gelüstet.
Nur ich sitze in meinem kleinen Kabuff und warte, bis der Spuk vorbei ist. Dieses ewige Gedudel treibt einen irgendwann in den Wahnsinn. Da muss dringend mal ein Unternehmensberater ran.
Dabei habe ich erst kürzlich kausale Zusammenhänge zwischen klassischer Musik und meinem Lernerfolg beobachten können. Und das ist in diesen Wochen besonders interessant: es standen nämlich Zwischenprüfungen an. An vier Prüfungsphasen im Jahr muss man sich erstmal gewöhnen. Ich bin ja nun schon ein paar Jährchen dabei und war mit Prüfungen zum Ende des Semesters eigentlich immer ganz zufrieden. Jedoch muss ich gestehen, dass das gar nicht mal so unclever ist, auch während des Semesters zum Lernen gezwungen zu werden. Und die Arbeitsweise taiwanesischer Studenten ist doch sehr bemerkenswert. Seit zwei Wochen findet man nämlich weder in den Restaurants noch in der Bibliothek einen Sitzplatz. Jeder Stuhl ist belegt mit einem Asiaten, der sich dutzende Bücher zur Examensvorbereitung aus den Regalen geschnappt und für den Rest des Tages auf seinem Tisch gebunkert hat. Der Clou: 80% der Studenten schlafen! Das ist kein Witz. Der Campus gleicht in diesen Wochen eher einem Zeltplatz als einer Bildungseinrichtung. Und die vielen Bücher werden nicht gelesen, sondern gestapelt. Schließlich weiß jedes Kleinkind: wie man sich bettet, so liegt man. Leider habe ich es versäumt, ein Foto davon zu machen. Aber in sechs Wochen sind Abschlussprüfungen, da werde ich das nachholen. Versprochen!
Neben dem erzwungenen Input haben Klausuren aber noch einen anderen Vorteil. Der Campus ist nämlich wie leer gefegt. Das klingt erstmal belanglos, gestaltet meinen Alltag aber entschieden einfacher. Ich kann Asiaten nämlich immernoch ledigliche wage auseinanderhalten. Letztens war ich vor der Bibliothek zum Lunch verabredet. Um Punkt 12 Uhr klingelt es zur Pause und die Leute strömen aus den Fakultäten in die Restaurants. Plötzlich wusste ich nicht mehr, wie mir geschieht: "War das nicht gerade meine Chinesisch-Dozentin? Und die beiden Mädels dort, die gerade zu mir herüber schauen. Sind das nicht meine Tutoren? Oder waren die größer? Ach, und da ist doch Nancy vom International Office, die mir bei meinem Visum geholfen hat. Oder doch nicht? Lächel ich sie jetzt an oder nicht? Nachher ist sie das gar nicht und hält mich für irgendeinen europäischen Perversen." Und während ich so in Gedanken schwelge geht jemand vorbei und sagt "Hey Toni!"...und ich erwidere "Hey ho!" und frage mich danach "Wer zum Teufel war denn das jetzt?"
Tja, aber das gehört wohl zum Studium in Asien dazu, genau wie Beethoven's Müllwagen (mein Gott, wenn der das wüsste...) und campuseigene Camping-Plätze.
Jetzt habe ich so viel (und doch so wenig) von meiner Uni erzählt, da gibts jetzt zur Belohnung auch nochmal ein muckeliges Fotoalbum mit Fotos vom Campus und von meinem Schulweg ;) .
Ohne Müllwagen, dafür mit viel Liebe zum Detail.
Ich vermiss Euch!